Gesund im Betrieb Seminar für gute Praxisanleitungen Wie gestalte ich lebendige und motivierende Praxisanleitungen? Das lernen Teilnehmende im Seminar „Qualifizierung für Praxisanleitun- gen – Sicherheit und Gesundheit im Fokus“. Die Teilnahme ist für Beschäftigte aus BGW-Mit- gliedsbetrieben kostenlos. www.bgw-online.de/prax dahinterstehen und die Anleitenden stärken.“ Eine Selbstverständlichkeit sollte es sein, dass ausreichend Räume und Materialien zur Verfügung stehen. Praxisanleitende benötigen neben fachlicher Kompe tenz ein Herz für ihre Arbeit mit Auszubildenden. Petz nennt Empathie und Respekt sowie die Fähigkeit, Men schen abzuholen, als wichtige Eigenschaften aufseiten der Praxisanleitenden. Auszubildende bringen unterschiedliche Hintergründe, Persönlichkeiten und Voraussetzungen mit – das fordert Praxisanleitende mitunter heraus. „Wenn eine junge Praxisanleiterin eine viel ältere Pflegehilfskraft zur Pflegefachkraft ausbildet, prallen schon mal Welten aufeinander“, berichtet Dennis Petz von einem konkre ten Fall. Weiterhin können Sprachbarrieren erschweren, dass „etwas hängenbleibt“. Runtertouren und „Lern-Nuggets“ anbieten Und dann ist da noch der Generationswechsel. Der beeinflusst stark, wie zum Beispiel Ines Jachniak ihre Praxisanleitungen gestaltet. Sie ist Pflege dienstleiterin in der Seniorenresidenz Twistringen, einem Haus der Specht Residenzen in Bremen. „Un sere Nachwuchskräfte haben sich durch den Wandel der Zeit, auch in der Erziehung, im Vergleich zu früher verändert und sollten da abgeholt werden, wo sie ste hen.“ Was allen, unabhängig vom jeweiligen Hinter grund, helfe: Details in einfachen Worten zu erklären, statt immer gleich ein umfangreiches Thema zu behan deln. „Runtertouren“ nennen das die Profis, also zu nächst mit klein zugeschnittenen Themenpaketen an fangen und in einfachen Worten sprechen. t o h S - l e x i P / m o c . e b o d a . k c o t s : o t o F ; h c a B n n a m r e H / W G B : t ä r t r o P Ein weiterer Tipp kommt von Dennis Petz: einzelne Ge sundheitsaspekte in Kurzform – so genannten Lern Nuggets – vermitteln. „So kann man sogar zwischen Tür und Angel wichtige Themen anschneiden, zum Beispiel das Abschalten nach getaner Arbeit. Sicherlich lässt sich mithilfe von Nuggets nichts Weitreichendes umfassend oder abschließend behandeln, aber Impulse können gegeben werden.“ Den Austausch suchen Hilfreich für Praxisanleitende sei es zudem, sich zu ver netzen, betont Petz. Das gehe im eigenen Unternehmen oder indem man sich Ansprechpersonen außerhalb sucht. Auch die BGW hilft dabei, Interessierte zusam menzubringen. Beim Seminar „Qualifizierung für Pra xisanleitungen“ ist – neben der Wissensvermittlung – viel Zeit für Kleingruppenarbeit und Erfahrungsaus tausch eingeplant (siehe Infokasten). BGWFachmann Petz rät Praxisanleitenden zudem, auf im Betrieb vorhandenes Knowhow zum sicheren und gesunden Arbeiten zuzugreifen. „Ansprechpersonen sind etwa Führungskräfte, Sicherheitsbeauftragte aus der Mitte der Belegschaft oder Fachkräfte für Arbeitssi cherheit, die die Unternehmensleitung bei der betrieblichen Arbeitssicherheit un terstützen.“ Die betriebliche Interes senvertretung, Hygiene, Brand schutz und andere Beauftragte könnten ebenfalls einbezogen wer den, wenn es um Anleitungen im spezifischen Fachgebiet geht. In Ines Jachniaks Seniorenpflegeheim zie hen viele Personen beim Anleiten der Auszubildenden an einem Strang. Den Nutzen guter Praxisanleitungen sieht sie so: „Wir sorgen dafür, dass diese jungen Menschen lange arbeiten können. Wer weiß? Vielleicht stehen sie dann irgendwann an unseren Betten, wenn wir Pflege brauchen. Und dann möchten wir fachlich kompetent, aber auch menschlich betreut werden.“ 20 BGW magazin 1 | 26