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BGW mitteilungen 01_2015 - Herausforderung Hygiene

Foto:fotolia/GerhardSeybert Herr Dr. Reska, bleibt in der Beratungs- tätigkeit im Moment neben Ebola über- haupt noch Platz für andere Themen? Natürlich sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gesundheitswesen besorgt. Diese aktuelle Debatte nimmt viel Raum ein, zeigt jedoch gleichzeitig, wie wichtig bei einer komplexen Behandlung, wie der von an Ebola Erkrankten, die Einhaltung fun- damentaler Hygienemaßnahmen ist. Selbst der beste Schutzanzug nützt mir nichts, wenn ich beispielsweise während des kom- plizierten Ausziehens unachtsam bin und kontaminiertes Material auf die Haut oder in die Augen gelangt. Sie meinen also, der Teufel steckt im Detail? Genau. Die Aufmerksamkeit verschiebt sich und Fehler entstehen. Das kann leider im Klinikalltag wie in anderen Arbeitsumge- bungen und im privaten Bereich beobach- tet werden. Gerade die elementarste Hygie- nemaßnahme – die Händehygiene – wird oft vernachlässigt oder schlicht vergessen. Woran liegt das Ihrer Meinung nach? Einerseits herrscht nicht nur in der Patien- tenversorgung ein enormer zeitlicher Druck. ist nicht da.“ Besonders unter unseren Fin- gernägeln ist die Keimdichte sehr hoch. Ein „Tokio aus Keimen“ sozusagen. Bei man- chen Krankheiten reichen bereits 10 bis 100 Erreger aus, um uns selbst und unsere Mitmenschen anzustecken, beispielsweise bei der Übertragung von Noroviren, die zu starkem Erbrechen und Durchfällen füh- ren. Für das behandelnde Personal im Ge- sundheitswesen ist dies natürlich von be- sonderer Relevanz, denn geschätzte 80 Pro- zent der Infektionskrankheiten verdanken wir der Weitergabe von Keimen durch die Hände. Wie sollte man denn in Sachen Hände- hygiene vorgehen? Da muss man nach den jeweiligen Rahmen- bedingungen unterscheiden: Im Privaten sowie in Arbeitsbereichen, die nicht mit Grippe, Ebola, Krankenhauskeime: Immer wieder bewegen Hygiene- fragen die Öffentlichkeit. Von der Betriebstoilette bis zum täglichen Kontakt mit anderen Menschen gibt es auch im Berufsalltag viele Berührungspunkte mit dem Thema Hygiene, egal wo man arbeitet. Im Gesundheitswesen kommen spezielle Anforderungen zum Infektionsschutz hinzu. Herausforderung Hygiene Dr. Marcus Reska ist wissen- schaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Beratungszentrum für Hygiene, das Einrichtungen des Gesundheitswesens berät. Andererseits wiegen wir uns bei optisch sauberen Händen zu häu- fig in falscher Sicherheit, frei nach dem Motto: „Was wir nicht sehen, 10 BGW mitteilungen 01 | 2015 Gesund im Betrieb Foto:privat

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