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Young Care | Ausgabe 1/2015

r YOUNG CARE // Ausgabe 1 | 2015 3 5 Landesschule für Blinde und Sehbehinderte geleistet. Danach war schnellklar, wie eswei- tergehen würde: „Ich habe viele Freunde, die sehr gern in der Pflege arbeiten“, erzählt Leo- nard.So kam er zur AWO nach Mayen. In dem 18 Jahre alten Haus mit 126 Bewohnerinnen und Bewohnern fühlt er sich wohl. Die Atmo- sphäreistfreundlich,eswirdvielgelacht.„Die Arbeit ist natürlich auch mal anstrengend, aber sie macht viel Spaß“, sagt er, während er in der offenen Wohnküche steht und Brote für Margret Faber schmiert. Sie sitzt in ihrem Rollstuhlaufder anderenSeite der Arbeitsflä- che und beobachtet lächelnd, ob der junge Mann in dem weinroten Kasackdasauch rich- tig macht. „Vor allem ist es schön, dass ich einen direkten Effekt meiner Arbeit sehe, wenn die Leute für Hilfe dankbar sind oder sich über Begleitung freuen“, sagt Leonard. Hilfe undBegleitung – dasbedeutetauch, die Menschen zu waschen, sie mit Salbe einzu- reiben, sie bei Inkontinenz zu versorgen oder Toilettenstühle und Badewannen zu desinfi- zieren. Alles Tätigkeiten, bei denen die Haut mit Wasser oder Chemikalien in Kontakt kommt. Wasser, Seife und Reinigungsmittel machen den Schutzfilm der Haut jedoch durchlässig fürSchadstoffe und Infektionser- reger. Deshalb sind Hauterkrankungen in der Pflege ein großes Gesundheitsrisiko. Mehr als jede dritte Berufskrankheit in diesem Bereich ist eine Hauterkrankung. Leonard weiß das. Es gibt kaum eine Arbeit, bei der er keine Hand- schuhe trägt – um seine Haut zu schützen oder aus hygienischen Gründen. Auch beim Essen zube- reiten oder wenn er Bewohnerin- nen und Bewohnern dabei hilft, ihre Zahnprothesen einzusetzen. Wenn esansReinigen oder Desinfi- zieren im Haus geht, hat Leonard chemikalienfeste Haushaltshand- schuhe an. Aus Nitril sind Hand- schuhe bei der Behandlungspflege, ausVinyl bei den meisten anderen Arbeiten. Das sind gute Alternativen zu Latex, das auch bei den erlaubten ungepuderten Handschuhen Aller- gien auslösen kann. Manche stören sichviel- leicht an den behandschuhten Berührungen. „AberwennmannacheinanderzehnLeutemit ihren jeweiligenSalben mitunterschiedlichen Inhaltsstoffen einreiben muss, wäre dasohne SchutzfürdieHauteineziemlicheBelastung“, betont Pflegedienstleiter Dieter Saar. Überall im Seniorenzentrum Sterngarten ste- hen Handschuhspender. An jedem Wasch- becken und auf jedem Pfle- gewagen hängen Spender mit Desinfektionsmittel. Das ist besser für die Haut als Wasser undSeife. ImVorbeigehen drücktLeonardmit dem Ellbogen den Hebelrunter unddie durch- sichtige Flüssigkeitspritztihm in die Handflä- che. Nebendran sind Behälter mit Lotion angebracht. Seine Hände cremt Leonard regelmäßig ein. Denn wenn die Haut spannt, würde ihn das auch bei seinem Hobby stören: Der 21-Jährige zeichnet gern. „Ich schütze meine Haut immer mit Handschuhen.“ „Handcreme hängt in unserer Einrichtung überall.“ Die Ausbildung zu machen, war auf je- den Fall die richtige Entscheidung. Ich fühle mich wohl hier. Deine BGW rät: Alexandra Morch-Röder, BGW-Hautschutzexpertin „Hauterkrankungen lassen sich durch wenige Schutz- und Pflegemaßnahmen vermeiden. Wenn du konsequent geeignete Handschuhe trägst, Händedesinfektionsmittel statt Wasser und Seife benutzt und dir die Hände regelmäßig und richtig mit einem geeigneten Produkt ein- cremst, tust du deiner Haut etwas Gutes.“ HÄNDE RICHTIG PFLEGEN: Die richtige Technik beim Eincremen und eine Creme ohne Duftstoffe – das tut meiner Haut gut.

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