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Young Care | Ausgabe 2/2015

tet die 87-Jährige von ihrem Sessel aus. Dass das erste Aufeinandertreffen der bei- den nicht so freudestrahlend ablief, wie es heute ist, erinnert sich Katrin noch gut: „Frau Roeser hatte wegen meiner Tattoos am Anfang ein bisschen Angst. Bei der Arbeit in der Pflege lernen sich alle aber irgendwann besser kennen. Und nach ein paar Tagen waren ihr die Bilder auf meiner Haut egal und es hat sie mehr interessiert, wie es sich anfühlt, ein Tattoo stechen zu lassen“, berichtet Katrin. Heute ist sie bei den Bewohnerinnen und Bewohnern „die Tätowierte“. Besonders für die Demenzkranken sind die Bilder auf Katrins Armen eindeutiger wiederzuerkennen als das Namensschild auf ihrem Shirt. Doch nicht immer geht es auf der Arbeit so locker und entspannt zu wie an diesem Vor- mittag. „Wenn ich tagsüber etwasSchlimmes gesehen oder erlebt habe, dann beschäftigt mich das manchmal auch noch nach der Arbeitundich mussesdaheim erzählen. Aber dann kann ich auch damit abschließen,“ erklärt Katrin. Sie ist froh, dass ihr Mann in solchen Situationen immer ein offenes Ohr für sie hat. Zusätzlich sind die Kolleginnen und Kollegen für Gespräche ein wichtiger Anlaufpunkt. Sie kennen die Krankheitsver- läufe und wissen, warum die Bewohnerinnen und Bewohner in manchen Situationen so reagieren, wie sie es tun. Neben ArbeitundFamilie hatKatrin aber auch jede Menge Hobbys,bei denen sie besonders gut entspannen kann. Sie geht regelmäßig schwimmen, um fit zu bleiben und um den Kopf freizu bekommen. Doch besonders gern setzt sich Katrin nach der Arbeit auf ihr Motor- rad: „Mit dem Motorrad fahre ich zwar nur im Sommer. Aber derVorteil ist:Sobald ich mich draufsetze, vergesse ich sofort, was den Tag über passiert ist. Vielleicht liegt es daran, dass ich mich da aufs Fahren und den Verkehr konzentrieren muss und deshalb stärker abgelenkt bin. Außerdem kann ich dann auch mal draußen sein.“ Katrins größter Traum wäre es, wenn sie irgendwann ihren Job damit kombinieren könnte: „Ein Haus Eden – ein Heim für 15 bis 20 Demenzkranke mit einem großen Garten, den wir gemeinsam pflegen – das wäre mein Wunsch für die Zukunft.“ 5YOUNG CARE // Ausgabe 2 | 2015 „Ältere Menschen sind dankbar für meine Hilfe.“ „Auf dem Motorrad vergesse ich den Alltag.“ Auch wenn Frau Roeser anfangs skeptisch war: Heute verstehen Katrin und sie sich sehr gut.

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