Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

Young Care | Ausgabe 2/2015

9 Note 1 = sehr gut, Note 6 = ungenügend – so einfach ist es beim Arbeitszeugnis nicht. Im Zeugnis stehen zwar auf den ersten Blick keine Noten. Aber die Bewertungen lassen sich in Schulnoten übersetzen. Die Formulierung „stets zur vollsten Zufrie- denheit“ ist etwa die Schulnote „sehr gut“. Anstelle von „stets“ kann auch „immer“ oder „jederzeit“ im Zeugnis stehen. Um ein „gut“, also um die Note 2, handelt es sich beim Ausdruck „stets zur vollen Zufriedenheit“. Steht im Zeugnis „zur vollen Zufriedenheit“, bedeutetdas, die Arbeitwar nur befriedigend, das entspricht der Note 3. „Stets bemüht, die gestellten Anforderungen zu erfüllen.“ Das ist die schlechteste aller möglichen Beurteilungen. Denn wer sich nur bemüht, hat die Aufgaben nicht unbedingt auch erfüllt. „Zeigte Verständnis für die Aufgabe“ heißt, dass jemand wenig bis kein Engagement gezeigt und sich lieber anderen Dingen ge- widmet hat. Das ist ein klares „ungenügend“. Das muss drinstehen: • Name und Geburtsdatum • Dauer der Beschäftigung • Datum, Unterschrift desArbeitgebers oder der Arbeitgeberinund Stempel Das Zeugnis muss auf offiziellemGeschäftspapier gedruckt sein TIPP: Lies dir das Zeugnis gut durch,sobald du es bekommen hast. Wenn dirnegative Formulierungen auffallen oderetwas fehlt, sprich darüber mit deinerChefin, deinem Chef oder der Personalab-teilung und schlag’ Alternativen vor. Merke Oft liest sich ein Arbeitszeugnis recht gut. Aber viele der auf den ersten Blick positiven Formulierungen sind negativ gemeint. „XYZtrug durch GeselligkeitzurVerbesserung des Betriebsklimas bei.“ Das kann heißen, dass jemandzu übermäßigem Alkoholgenuss neigte. „XYZ erledigte alle Arbeitsaufgaben mit großem Fleiß.“ Das heißt übersetzt: „XYZ war eifrig, aber leider ohne Erfolg.“ „XYZ verhielt sich stets einwandfrei gegen- über Kolleginnen und Kollegen.“ Das klingt gut. Das kann aber auch ein Hinweis auf Geschwätzigkeit sein. 9

Seitenübersicht