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Young Care | Ausgabe 4/2014

r YOUNG CARE // Ausgabe 4 | 2014 3 5 Das Wichern-Stift ist eines von zwölf statio- nären Alten- und Pflegeheimen der EVIM Gemeinnützige Altenhilfe GmbH in Wiesba- den undUmgebung. Die Hälfte der 90 Bewoh- nerinnen und Bewohner ist demenzkrank. Das Durchschnittsalter liegt bei 87 Jahren. „Ich helfe gern.“ So erklärt Valdrina, warum sie sich für den Job als Altenpflegerin ent- schieden hat. Nach dem qualifizierten Haupt- schulabschlusshatsieverschiedene Praktika gemacht und gejobbt, auch im Einzelhandel. „Aber nach einem Praktikum im Krankenhaus habe ich gemerkt, wie mir die Arbeit mit Men- schen liegt“, erzählt sie, während sie den 92- jährigenWilliStockim Rollstuhlzurückin sein Zimmer schiebt. Sie hat zuerst die einjährige Ausbildung zur Altenpflegehelferin absolviert und dann direkt die dreijährige Ausbildung dran- gehängt. „Die Ar- beit ist ein Teil von mir geworden.“ Philosophie des Trägers EVIM ist es, die Bewohner im Wichern-Stift zu mobilisieren. Aber das kostetZeit. „Auch wenn es schneller ginge, wenn ich die Leute einfach hebe, benutze ich trotzdem Hilfsmittel und bringe die Leute dazu, auch mitzuhelfen“, erzählt sie. Aufwendig ist es, wenn sie WilliStockmit dem elektronischen Stehlifter – einer der Positionswechselhilfen – vom Rollstuhl ins Bett umsetzt. Sie muss ihm erst den Gurt um den Rumpf legen, dann die Rie- men am Gerät befestigen und ihn schließlich vorsichtig umsetzen. Heben wäre vermutlich schneller gegangen. Aber das Gewicht eines erwachsenen Menschen sei eben auch nicht zu unterschätzen. Und ein gesunder Rücken sei ihr wichtig. Und ihrem Arbeitgeber auch. „Wenn unsere Leute wegen Rückenproble- men länger ausfallen, kriegen wir ein Pro- blem, denn sie fehlen im Dienstplan“, sagt Einrichtungsleiter Peter Kiel. Deshalb achtet Valdrina auch auf rücken- freundliches Bücken. Wenn sie Medikamente aus dem Schrank holt oder Bewohnern die Schuhe anzieht, geht sie in die Hocke. Die elektrischen Betten fährt sie immer auf Arbeitshöhe hoch. Und für sie besonders wichtig: die richtige Arbeitsweise. „Es macht die Arbeit viel leichter, wenn man weiß, wie man den Bewohnern die richtigen Impulse für Bewegungen geben kann.“ DasSchönste an ihrem Job sei es, wenn man sieht, dass sich Patienten dank kleiner Hilfsmittel auch wieder selbst helfen können. Wie Willi Stock. Er ruckelt sich über das schwarze Rutschbrett selbst vom Bett in den Rollstuhl – und strahlt seine fröhliche Pflegerin stolz an, als er bequem in seinem Rolli sitzt. „Die Arbeit ist ein Teil von mir geworden, ich kann mir nicht vor- stellen, etwas anderes zu machen.“ „Es ist schön, wenn man sieht, dass sich die Bewohner mit Kleinen Hilfsmitteln wieder selbst bewegen können.“ "Ich bin glücklich mit meinem Job. Es ist schön, wenn man an- deren helfen kann." Deine BGW rät: Stefan Kuhn, BGW-Experte „Um deinen Rücken zu entlasten, solltest du Hilfsmittel einsetzen und diese auch konsequent nutzen. Dadurch können die Patienten oft sehr viel selbst machen oder zumindest mithelfen. Du musst die Bewegungen dann nur noch unter- stützen, und das entlastet. Achte bei dir selbst auch auf rückengerechte Bewegungen.“ AUF UND NIEDER: Das elektrisch verstell- bare Bett ist das A und O. Damit kann ich die Bewohner auf Arbeits- höhe hochfahren und aufrecht arbeiten.

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