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Young Nurse | Ausgabe 1/2015

r YOUNG NURSE // Ausgabe 1 | 2015 Deine BGW rät: 3 5 Schalter wieder um: Viel Verantwortung, viel Anspruch – das macht ihr Spaß: „Wir haben hier Infarktpatienten, die müssen wir in den ersten 48 Stunden nach dem Infarkt engma- schig überwachen.“ Eine Streberin sei sie, lächelt Franzi. Was sie im Job macht, soll per- fekt sein und den Kranken auf ihrer Station guttun. Dabei hilft ihr die Routine: „Bestimmte Hand- lungen müssen automatisch kommen.“ Hände desinfizieren zum Beispiel: „Das haben wir gleich im ersten Unterrichtsblock gelernt. Da bin ich total penibel.“ Von älteren Kolleginnen und Kollegen weiß sie auch, dass häufiger Wasserkontakt oder zu langes Tragen von Handschuhen die Haut belastet. Sie selbst hat noch keine Erfahrun- gen mit Ekzemen oder Schuppungen gemacht. Das soll auch so bleiben. Deshalb sind der Hautschutz und die Händehygiene bei Franzi Routine – gute Routine. Zudem sind Hände das bedeutenste „Arbeitsmittel“ einer Krankenschwester. Auch Franzi berührt Hunderte Male am Tag erkrankte Menschen. Da ist es wichtig, wenn Hände nicht nur sauber, sondern auch gesund und gepflegt sind. Schließlich sorgt sie ja auch bei ihren Patientinnen und Patien- ten für gepflegte Haut. Doch für die istdie Kör- perpflege oft eine nicht so angenehmeSitua- tion. „Ich überbrücke das mit Gesprächen über irgendwas anderes“, erzählt Franzi. So tritt die Pflegesituation in den Hintergrund und die Unterhal- tung lenktvon unangenehmen Berüh- rungen ab. So viel Nähe der Job auch bringt, Franzi braucht ihre Frei-Zonen. „Es ist ja nicht alles schön, was wir hier erle- ben“, da brauche man ein starkes Umfeld und sie vor allemSport.Seit 15 Jahren spieltdie 25-Jährige Fußball, unddasmitmin- destens so viel Leidenschaft wie sie ihren Job macht. Auch der Fußball gehört in dieSchub- lade „schöne Routine“. Ansonsten hilftihr in schwierigenSituationen ihre Professionalität: „Wir werden darin aus- gebildet, unsere persönlichen Grenzen zu erkennen, und entwickeln einen guten Selbstschutz“, sagt Franzi. „Es bringt nichts, wenn manzu viel auf sich nimmt. Irgendwann klappt dann alles nicht mehr.“ Eine streb- same Perfektionistin tut sich das nicht an. Muss sie auch nicht. Franzi hat das Gefühl, in einer guten Gemeinschaft zu arbeiten. „Das Team hier ist sehr wertschätzend“, schwärmt sie und plant doch irgendwann einen Wechsel. Fernziel: Intensivstation. Da wird ihr noch mehr abverlangt. Aber davor will sie noch zwei Jahre Praxiserfahrung sammeln und ganz vielen Menschen in der Kardio helfen – oder anders ausgedrückt: Routine sammeln. Aber nur von der guten Sorte. „Ich bin eine Streberin. Was ich mache, soll möglichst perfekt sein.“ „In zwei Jahren würde ich gerne auf die Intensivstation wechseln. Da ist es noch interessanter.“ WANN DESINFIZIEREN? Händedesinfektion vor Arbeitsbeginn und vor invasi- ven Maßnahmen, vor und nach dem Kontakt mit Patien- tinnen und Patienten, nach dem Kontakt mit Blut, Sekre- ten, Ausscheidungen oder damit kontaminierten Gegen- ständen – auch wenn Hand- schuhe getragen wurden! Nach dem Gang zur Toilette Hände ebenfalls desinfizieren. Ich freue mich, wenn ältere Patienten mir mit einem Lächeln begegnen. Alexandra Morch-Röder, BGW-Hautschutzexpertin „Viele denken immer noch, dass man während der Arbeit oft die Hände waschen muss. Doch das ist nur bei sichtbaren Verschmutzungen und bestimmten Erregern notwendig. Die Händedes- infektion ist viel effektiver. Dauerndes Waschen lässt die Haut aufquellen und begünstigt so Hautschäden und Infektionen.“

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